Das Buch auf meinem elektronischen Lesegerät von Josh Medina, Brain Rules, hat mich drauf aufmerksam gemacht, dass Kinder, die nur zweimal in der Woche Sport treiben, signifikant bessere Leistungen in der Schule erbringen, als solche, die sich nicht bewegen. Sie sind kognitiv stärker und belastbarer.Darüber denke ich nach, wenn ich aus der Haustür trete. Das erste Mal in meinem Leben wohne ich in einem Viertel, Varissuo, dass nur aus Sozialwohnungen für bedürftige Menschen besteht. StudentInnen und Immigrantinnen zum Beispie. Hier laufen viele übergewichtige Kinder herum, die Mehrzahl der Menschen kleidet sich in Jogginganzügen und alte Männer lungern vor dem Supermarkt herum, als Accessoire eine Bierdose. Wenn wir reale Chancengleichheit wollen, müssten wir die Kinder den Eltern wegnehmen, weil sie ihre Leistungen und damit ihre Karriere beeinflussen. Dann kommen wir zum Philosophenstaat in dem nur die Weisen regieren (Platon, Aristoteles) oder das was als kommunistische Denker als Einheitsstaat definierten. Beides ist natürlich inakzeptabel.
Für Medina ist es in der Evolution angelegt, dass der Mensch intensiv nachdenkt. Zum Überleben braucht der Mensch zwei Dinge: einen Wissensspeicher und die Fähigkeit zur Improvisation, aus Fehlern zu lernen. Wir nehmen jetzt an, dass eine vollständig ausgebildete evolutionäre Tätigkeit unseres Gehirns zu Glück führt. Wir führen dass aus, was die Evolution von uns wollte: lernen. Folgen wir der evolutionsbiologischen Argumentation, müssten wir sagen, die Kinder in den Sozialwohnungen sind verkümmert. Sie bewegen sich nicht - das steigert die Fähigkeit zum Denken - und ihre Kreativität, die Fähigkeit zur Improvisation wird eher nicht gefördert (z.B. wenn es Fernsehen das einzige Spielgerät ist).
Erziehung ist aber immer dualistisch geprägt, Kinder werden von staatlicher Seite und von familiärer Seite erzogen. Damit ist Chancengleichheit eine Illusion. Wir können alles tun um Kindern dieselbe schulische Ausbildung zu geben, z.B. durch Ganztagsschulen, aber wir wir können ihnen nicht ihr Elternhaus wegnehmen, durch das sie geprägt werden. Wenn wir annehmen, dass sie Kinder durch bildungsferne Prägung trotzdem glücklich sind, ist dies kein Problem
Was machen wir aber, wenn Kinder, bzw. Menschen, durch Nicht-Förderung ihres Gehirns unglücklich sind?
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| Mein Wohnhaus in Varissou. Unser Balkon ist ganz oben links, weißen Haus. |
| Blick vom Balkon |
Ich denke, es ist nicht möglich, über etwas unglücklich zu sein, was man nicht weiß. Man ist immer auf dem Stand seines Gehirns glücklich, auf dem man sich gerade befindet. Glück hängt nicht mit Bildung zusammen, sondern mit Emotionen. Selbst wenn die Umstände das Leben erschweren, und Bildung ein entfliehen aus diesen Umständen ermöglichen würde, so ist doch der entscheidende Faktor für Glück das soziale Eingebundensein, das Leben mit Familie und Freunden. Glück nur an Bildung zu knüpfen hieße ja auch, dass kein Kind glücklich ist. Aber das Gegenteil ist der Fall, die meisten Kinder sind glücklich. Ein Glück auch!
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